Parodontitis – die neue Volkskrankheit.

Der bekannte Werbespot, in dem einst ein TV-Dentist seinem Patienten eröffnet, dass dieser zwar tadellose Zähne habe, sein Zahnfleisch jedoch zurückginge, mag wohl schon in die Tage gekommen sein. Das Thema hingegen ist leider so akut und aktuell wie nie: Millionen Menschen sind betroffen, und chronische Zahnfleischentzündungen bzw. Zahnfleischschwund sind heutzutage die Zahnkiller Nr. 1 bei Erwachsenen.

 

Bakterien und Plaque – die Hauptursachen für orale Erkrankungen

Auch diesen Begriff kennen wir alle schon aus der Werbung: Plaque – das schädliche Gemisch aus Bakterien, Viren und Pilzen, die einen sogenannten Biofilm auf den Zahnoberflächen, in den Zahnzwischenräumen oder am Zahnfleischrand bilden. Plaque ist mit hauptverantwortlich an der Entstehung von Parodontitis: Zahnschädigende Bakterienarten wie z.B. der Streptococcus Mutans wandeln beim Stoffwechsel Zucker aus der Nahrung in Säuren um. Diese wiederum greifen das Zahnfleisch an, und Entzündungen entstehen. Solche anhaltenden, chronischen Entzündungen können das Zahnfleisch und den umliegenden Knochen allmählich zerstören.

Parodontitis – wird sie rechtzeitig erkannt, ist es noch nicht zu spät.

Die Anzeichen sind eigentlich nicht zu übersehen, werden aber häufig leider immer noch zu selten ernst genommen: Rötungen bzw. Schwellungen des Zahnfleisches, Zahnfleischbluten, freiliegende und empfindliche Zahnhälse und schließlich Zahnfleischrückgang. Hinzu kommt oft strenger Mundgeruch durch vermehrte Bakterienbildung in den sogenannten Zahnfleischtaschen, wo sich Nahrungsreste ansammeln und Gase entstehen. Dabei können gerade durch Früherkennung Zahnbetterkrankungen in ihrem Anfangsstadium erfolgreich behandelt werden. Eine gute Vorsorge in der Zahnarztpraxis wie Zuhause ist hier das A und O: denn wenn die Bakterienkulturen keinen Nährboden mehr haben, können sie sich auch nicht weiter vermehren und Schaden anrichten!

Mit einer gewissenhaften Mundhygiene kann man dabei selbst etwas für einen gesunden Zahnhalteapparat tun:

  • greifen Sie 2 Mal täglich zur Zahnbürste und reinigen Sie abends die Zwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten.
  • Achten Sie auf eine zahngesunde Ernährung: „Knackig vor klebrig“.
  • Und verzichten Sie nach Möglichkeit auf Rauchen und Alkohol – beides ist nicht nur schlecht für die Gesundheit, sondern auch pures Gift für Ihren Mund.

In Ergänzung zur einer persönlichen gewissenhaften Mund- und Zahnpflege spielt natürlich die Prophylaxe in Ihrer Zahnarztpraxis eine wichtige Rolle. Hier heißt es unbedingt: Mindestens zweimal im Jahr die Zähne und das Zahnfleisch professionell reinigen lassen. Bei dieser sogenannten PZR, der Professionellen Zahnreinigung, wird hartnäckiger Zahnbelag mit speziellen Handinstrumenten entfernt und anschließend die Flächen der Zahnwurzeln geglättet. In besonders schweren Fällen kann Ihr Zahnarzt sogar auch durch einen minimalen operativen Eingriff helfen, indem er das Zahnfleisch vom Zahn löst und die freiliegenden Wurzeloberflächen reinigt – so lassen sich besonders tiefliegende Beläge entfernen und die Parodontitis kann dauerhaft unter Kontrolle gehalten werden!